Thursday, March 14, 2013

Italienerin in Probezeit...

Die nächste Stippvisite in Deutschland steht an und wie immer sind die Wochen im Flug vergangen. Die derzeitigen Erfahrungen sind Gold wert, die Sprache wird täglich besser, auch wenn ich nicht bewusst übe. Ich merke aber, dass ich den Leuten nicht mehr aus dem Weg gehe aus Angst, sie könnten ein Gespräch anfangen. Am Telefon bin ich nicht mehr verkrampft, sobald ich Italienisch höre und die Konversationen laufen auch von meiner Seite aus wesentlich besser. Heute habe ich beispielsweise wieder zwei Stunden Englisch auf Italienisch unterrichtet. Was noch vor einem Jahr absurd erschien, war dann im Herbst real aber anstrengend gewesen und jetzt läuft es fast wie geschmiert. Nicht, dass ich jedes Wort kenne - bei Weitem nicht - aber ich kann eigenständig formulieren und bin damit den meisten Unterhaltungen gewachsen. Generalprobe fürs Hotel. Dort muss es klappen; erst dann kann die Einwanderung vollendet werden. Der Anfang ist nicht einfach; zu viele Dinge sind neu, aber es hilft, wenn man sich sagt, dass es jedem so geht. Und ich bin ein Fan von Neuem. War noch nie jemand, der immer denselben Job machen konnte. Wenn ich hörte, dass jemand 30 Jahre in derselben Firma verbracht hat, dann überkam mich ein Grausen. Und das Bauchgefühl trügt nicht. Ich musste nach wenigen Jahren immer wechseln und etwas Neues kennenlernen. Viele Menschen haben Angst vor dem Neuen, vor neuen Kollegen, Chefs, Orten etc. Und ich finde es jedesmal aufregend. Nun habe ich gleich ein neues Land, eine neue Sprache, neues Wetter, neue Jobs und neue Menschen. Und einige gute Konstanten, ohne die es nicht ginge.
Heute habe ich also wieder unterrichtet und neuen Unterricht vorbereitet. Und zum ersten Mal auf einen Paketboten gewartet, der ein Paket abgeholt hat. Und der "grazie a te" zum Abschied gesagt hat. Das Duzen gefällt mir wirklich, denn es geht wirklich weit. (s. Blog "Vom Kennen und Nichtkennen"). Und ich habe wieder gemerkt wie beflügelnd so ein Gassigehen in der Natur sein kann. Am Haus, das mich schon seit Monaten so inspiriert, habe ich wieder angefangen an meinem Roman weiterzuspinnen. Und ich habe einen Flyer dort in den Briefkasten geworfen. Mich würde zu sehr interessieren, wie es von innen aussieht.
Und Limoncello muss ich noch fertig machen heute. Und dann packen...


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